Mittwoch, 9. Dezember 2015

Mexico City die Zweite

Die Reise nähert sich dem Ende und zum Schluss treib ich mich wie am Anfang in Mexico City und Umgebung rum.
Auch wie beim ersten mal hab ich dankenswerterweise die Möglichkeit bei Itzel und ihrer Familie zu schlafen.

Es spitzt sich gerade die mexikanische Fußball Meisterschaft zusammen.
Genauer trafen im Semifinale zwei Teams aus Mexico City aufeinander. Und zwar Pumas und America.
Am Donnerstag Abend war das Hinspiel im epochalen Estadio Azteca, das hinter dem Nationalstadion in Pyongyang nach Sitzanzahl das zweit größte der Welt ist.
Und zu eben diesem Match bin ich mit Itzel, Mutter Mireya, Bruder Gibran und Freundin Paulina gegangen.
War wirklich toll. Interessant waren die rasenden Verkäufer, die einen mit überteuerten Chips, Bier oder Instantsuppe versorgt haben.
Die Heimmannschaft, America, hat 0:3 verloren und dabei zwei rote Karten kassiert. Hat mich ein wenig an das einzige Match das ich mir in Dresden angeschaut habe erinnert. Da hat Dresden auch zwei rote gekriegt und 0:2 verloren.
Das Rückspiel ging übrigens 1:3 für America aus, also wars doch noch sehr spannend. Ich konnte nur die zweite Hälfte mitverfolgen und man glaubt es kaum America hat in dieser nochmal zwei rote Karten kassiert. Man könnte meinen ich wäre verflucht.








Am Freitag habe ich ein Mexico City must see hinter mich gebracht, ich war im Casa Azul, Frida Kahlos Geburts - und Sterbehaus und heutigem Museum. War ganz nett, aber bissl overpriced und wohl auch bissl overhyped.





Am Nachmittag hat mich dann Itzel durch die Universitäts Stadt geführt. Ja die Uni ist so groß, dass sie eigentlich eine ganze Stadt ist, samt eigenem Bus Netzwerk. Aber wen wundert das schon in einer Stadt wie Mexico City.
Die Uni hat wirklich ein paar nette Gegenden und Plätze. Angrenzend ist das Olympia Stadion, das heute von den Uni zugehörigen Pumas bespielt wird.










Kaum zu toppen, kam trotzdem das Highlight des Tages am Abend. Und zwar der Besuch der Luchadores, der mexikanischen Form des Wrestling.
Teils maskierte und unmaskierte Fighter führen in einem Ring eine Art Tanz vor und die Menge geht voll mit.
Natürlich alles Show, aber trotzdem unterhaltsam.
Mit den Masken funktioniert das übrigens so: ein Kämpfer kann einen anderen zu einem Kampf um die Maske herausfordern. Wer verliert muss die Maske abnehmen und darf nie wieder mit Maske kämpfen. Es gab an dem Abend zwei Herausforderungen und keine wurde angenommen: Buuuuuuh.
Meine Favoriten war der kugelförmige Super Porky und sein tuntiger Sohn Maximo Sexy. Leider haben die ihren Kampf verloren: Buuuuuuh.






Am Samstag machten Itzel, Isabel und ich einen Ausflug Tepoztlan. Das 80km südlich von Mexico City liegende Städtchen ist ein beliebtes Ausflugsziel. Es hat eine putzige Innenstadt mit vielen Kunsthandwerk Geschäften und Eisläden mit wahnsinniger Auswahl.
Das Highlight ist aber die Pyramide Tepozteco, die 400m über der Stadt thront und per steiler Naturstiege zu erreichen ist. Von oben hat man einen tollen Ausblick und als kleiner Attraktionsbonus laufen oben kleine knuffige Viecher rum.
In der Stadt hat ich mir dann noch eine Grauslichkeit der ganz besonderen Sorte gegönnt. Micholes, das ist Bier mit Chili und Limette. Interessanter Versuch aber keine Wiederholungsgefahr.
Wir sind mit dem Auto hingefahren und haben die volle Breitseite des Mexico City Verkehrs zu spüren bekommen. Es ist echt sau zach sich durch diese Stadt bzw aus ihr raus zu bewegen.



















Aber die Stadt scheint bereits umzudenken. Am Sonntag werden ein Großteil der Hauptverkehrsachse Reformas sowie einige Straßen der Innenstadt für Radfahrer gesperrt. Wir haben das genutzt und haben einen Radausflug durch die Stadt gemacht.
Ganz stressfrei, ohne Autos auf dem Rad -  so macht Sightseeing Spaß.
Wir haben dann die Räder in der Innenstadt abgestellt und sind zufuß weiter. Der Hauptplatz ist inzwischen weihnachtlich geschmückt, samt Riesenpiniata. Man kann wie in Wien einlaufen, was vorrangig mit Helm und Anti Umfall Hilfe gemacht wird.
Sonntags sind die meisten Museen gratis und wir haben uns das innere des Palacio Nacional mit seinen riesigen Murales von Diego Rivera und einer Masken Ausstellung.
Am Abend gings dann noch in das hippe Cineteca Kino in dem wir uns den ziemlich bizarren schottischen Film Filth anschauten. Das Kino ist architektonisch wirklich interessant, erinnert ein wenig an die WU Bibliothek.














Montags habe ich mich in Richtung Xochimilco aufgemacht. Xochimilco liegt ganz im Süden der Stadt und soll mit seinen Kanälen Venediger Flair haben. Itzel wohnt ziemlich im Norden und die Fahrt dorthin mit Metro und Straßenbahn hat 2 Stunden gedauert.
Dort angekommen war ich etwas enttäuscht. Von Venediger Flair war nicht viel zu sehen. Lediglich ein paar stinkende Kanäle und bunt verzierte Boote samt Mexikaner die einen für teures Geld rauf locken wollten. Ich hatte keine Lust alleine für eine Gondola Geld auszugeben und habs deswegen mit wenig Erfolg per pedes versucht. Naja, danach wieder den langen Weg zurück und dann war der Tag im Endeffekt eh schon wieder um.







Für den nächsten Tag hatte ich eine Wandertour auf den Vulkan Iztaccihuatl gebucht auf die ich mich schon recht freute. Leider erreichte mich eine Email, dass die Tour wegen Schlechtwetter abgesagt ist. Bäh, naja dann halt als Ersatzprogramm die 50km nördlich gelegene Pyramidenstätte Teotihuacan.
Die ehemalige Toltekenstadt ist wirklich sehr beeindruckend und schafft es von den bisherigen Tempelanlagen bisher am besten ein Gefühl zu vermitteln wie es damals gewesen sein könnte. Die Stadt verläuft entlang eines 2km langen Wegs, die Straße der Toten. Highlights sind die riesigen zwei Sonnen - bzw Mondpyramiden.
Im Gegensatz zu bisherigen Anlagen konnte man diese auch besteigen, was einen tollen Ausblick auf die Ruinenstadt sowie die Umgebung bietet.
Leider sind auch hier die altbekannten Jaguarpfeifen Typen zu gegen. Die wird man einfach nicht los.
Trotzdem, rein von der Architektur her waren das wahrscheinlich die besten Ruinen die ich gesehen habe.













Das wars schon so ziemlich von meinen Erlebnissen. In 10 Stunden geht mein Flieger über Frankfurt zurück in die Heimat. Bis dahin werd ich mir noch das anthroposophische Museum und vielleicht ein zweites ansehen.
Vielleicht schreibe ich noch einen generellen Eintrag zu Mexiko und ich habe auch noch Fotos die sonst nirgends dazu gepasst haben.
In jedem Fall: Schön wars; interessantes, vielfältiges Land; Tacos sind awesome; ich freu mich auf Zuhause